. . . die etwas andere "Schöpfungsgeschichte" . . .

Während der Hund in den monotheistischen Hochreligionen als "unreines" Tier betrachtet wird und eine niedere Stellung inne hat, nimmt er in den Mythen vieler Naturvölker auf der ganzen Welt eine wichtige und positive Stellung ein, er ist Freund und Helfer des Menschen und Mittler zu den Göttern.


Als Beispiel für diese Art von Mythen hier die Erzählung der Jicarilla Apachen aus dem Südwesten der USA (nach Leach, Maria - 1961 - God had a Dog)

frei nacherzählt:


Die Geschichte von Hactcin, dem Hund und dem Mensch

Hactcin, der Schöpfer, nahm Gelb vom Sonnenuntergang und machte einen gelben Fleck über jedes Auge des Hundes, er nahm ein bißchen Weiß vom Morgenhimmel und machte einen weißen Fleck auf jede Pfote, auf Stirn, Brust und Schwanzspitze. Diese Marken sollen ein Zeichen sein dafür, daß der Hund immer alle beschützt, vom Morgen bis in die Nacht.

Dann fragte Hactcin den Hund, was er nun in der Welt tun wolle, und der Hund antwortete: "Oh Großvater, machst du mir einen Kumpanen?"

Hactcin legte sich auf die Erde und streckte die Arme aus. "Mal eine Linie um mich mit deiner Pfote" sagte er.Also kratzte der Hund eine Linie in die Erde rund um den großen Schöpfer. Hactcin stand auf und sah sie sich an. "Geh ein bißchen zur Seite und guck nicht," sagte er.

Der Hund ging ein Stück zur Seite. Nach ein paar Minuten guckte er. "Oh, da liegt was auf der Erde, wo du gelegen hast , Großvater." "Hau ab und guck nicht," sagte Hactcin.

Der Hund ging noch ein Stückchen zur Seite. Aber nach ein paar Minuten guckte er wieder. "Da sitzt was," sagte er.

"Nicht gucken. Geh weiter," sagte Hactcin. Der Hund ging noch ein Stückchen. Schließlich rief ihn der Schöpfer. "Jetzt kannst du gucken," sagte er.

"Oh Großvater, es bewegt sich," rief der Hund. Und er lief zum Menschen hin und besah ihn sich. "Sehr schön," sagte Hactcin. "Er ist wunderbar," sagte der Hund.

Da trat Hactcin hinter den Menschen und hob ihn auf die Beine. Er zeigte ihm, wie man läuft, wie man redet und wie man schreit.

"Was noch?" fragte Hactcin. Er dachte eine Weile nach. "Lach", sagte er zu dem Mensch.

Als aber der Mensch lachte, da wurde der Hund fast närrisch vor Freude. Er freute sich dermaßen, das sich seine Rute über den Rücken ringelte. Er sprang an dem Menschen hoch, rannte ein Stück weg, sprang wieder hoch. Er machte das so, wie Hunde das heute noch tun, wenn sie voller Begeisterung und Freude sind. Und der Mensch, der lachte und lachte.

"Nun bist du fertig fürs Leben", sagte der Schöpfer.
Da ging der Mensch weg mit seinem Hund.


Wer sich mehr für diese Thematik interessiert, dem empfehle ich, das Buch zu lesen, aus dem der Text entnommen wurde:

Vom Aufrechten Menschen zum Hundehalter
500.000 Jahre Ko-Evolution und Kulturgeschichte von Mensch und Hund
Autoren: Gudrun Beckmann und Susanne Beckmann
TG-Verlag U.Beuing, Giessen, 1994
ISBN 3-929301-02-4


Die meisten Wildhundearten wurden von den "zivilisierten" Europäern im vergangenen Jahrhundert als "Schädlinge" ausgerottet. Die Dingos in Australien überlebten bis jetzt, obwohl sie auch dort oft als "Schädlinge" betrachtet werden,
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und es wurden Erkenntnisse über ihr Zusammenleben mit den Ureinwohnern (Aborigines) gesammelt, wenngleich auch hier die sich die Einflüsse der Zivilisation bemerkbar machen.

Die Wahrheit über den Australischen Dingo zeigt eine Bilderserie aus Australien.

 

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